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Calcium

From Korallen Wiki - Arten, Haltung, Vermehrung, Zucht, DIY, Meerwasser
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Einleitung

Calcium (fachsprachlich) oder Kalzium ist ein chemisches Element mit dem Elementsymbol Ca und zählt zu den Erdalkalimetallen. Calcium ist das fünfthäufigste Element der Erdkruste. Aufgrund seiner chemischen Reaktivität kommt es nur chemisch gebunden natürlich vor. In der Meerwasseraquaristik ist vor allem die Calciumcarbonat-Verbindung von Bedeutung. Calciumcarbonat besteht zu etwa 40% aus Calcium und zu 60% aus Carbonat, auch bekannt als Aragonit (Korallenskelett) und Calcit (Meeresablagerungen durch tote Meerestiere). Calcium ist sehr wichtig für viele Organismen in Riff-Aquarien, vor allem aber für Korallen (insbesondere Steinkorallen) und Kalkrotalgen. Die SPS Steinkorallen benötigen in großer Menge Calcium für den Skelettaufbau, die LPS Steinkorallen weniger.

Auf die richtige Menge kommt es an

Ein Gehalt von 360 – 450 mg/l sind für das Wachstum von Steinkorallen essentiell.

Natürliche Indikatoren

Ein gutes Kalkrotalgenwachstum ist u.a. ein natürlicher Indikator für ausreichend vorhandenes Calcium, aber auch die weissen Wachstumsspitzen bei SPS-Korallen.

Zu viel Calcium

Es ist kein beschleunigtes Wachstum von Steinkorallen zu beobachten, wenn der Calciumgehalt deutlich über dem natürlichen Wert liegt. Zu hohe Werte führen zu Ausfällungen, die an Geräten und Pumpen zu Störungen führen können.

Zu wenig Calcium

Calcium wird für die Stabilität von Zellmembranen und Geweben benötigt. Wenn nicht genügend Calcium zur Verfügung steht, dann hungern die Organismen und das Wachstum ist gestört. Wenn die Calciumkonzentration unter 300 mg/l sinkt, löst sich das Gewebe einfach auf.

Der Calciumverbrauch kann bei vielen Verbrauchern (SPS) schon mal 100 mg/l pro Tag betragen.

Maßnahmen

Eine Veränderung von größer als ± 20 mg/l pro Tag sollte vermieden werden.

Calcium reduzieren

Calcium wird durch das Wachstum von Steinkorallen verbraucht. Durch regelmäßige Wasserwechsel wird dem Aquarium auch wieder Calcium zugeführt. Jede Salzmischung hat einen unterschiedlichen Calciumgehalt. Sollte es also gewünscht sein das Aquarium mit einem niedrigeren Calciumgehalt zu fahren, dann können größere Wasserwechsel mit dem geeigneten Salz das Calcium reduzieren.

Calcium reduziert sich durch
  • einen hohen Anteil an Korallen, insbesondere Steinkorallen
  • starkes Licht, das das Wachstum beschleunigt
  • hohe pH-Werte, die langsam zu Ausfällungen führen können

Calcium erhöhen

  • Es gibt fertige Lösungen im Handel, die für kleine Becken und seltene Wasserwechsel Hilfe leisten. Meist ist das Preis-/Leistungsverhältnis ungünstig.
  • Bei wenigen Verbrauchern sollte man versuchen über die Wasserwechsel den Calciumwert im richtigen Bereich zu halten. Dazu kann man je nach Bedarf mit Salzmischungen mit hohem Calciumgehalt und ggf. größeren Wasserwechsel experimentieren.
  • Gerade bei hohem Verbrauch wird man nicht mehr um Stammlösungen und ggf. Dosiercomputer umherkommen. Als Teil der Balling-Methode wird mit einer Calciumchlorid-Dihydrat (CaCl2 x 2H2O)–Stammlösung nach diesem Rezept der Gehalt gut stabilisieren. Hochreine Salze (>99 %) gibt es in großer Auswahl im Handel.
  • Bei großen Becken und hohem Verbrauch kann meist nur noch ein Kalkreaktor eine adäquate Versorgung sicherstellen.

Obwohl Calcium und Carbonat (KH) durch die Calcifizierung in einem festen Verhältnis verbraucht werden, ist es eher die Regel als die Ausnahme das sich das Verhältnis Ca : KH ständig ändert. Als wahrscheinliche Auslöser gelten anorganische Effekte wie Magnesitbildung sowie die Bildung von Magnesium- und Strontiumcarbonaten durch Organismen die wesentliche Rolle zu spielen. Da Magnesiumsalze ohne Anionen zugegeben werden, aber beim Verbrauch diese benötigt werden, sinkt die Alkalinität[1].

Um Ausfällungen weitesgehend zu vermeiden, sollte Calcium zum Zeitpunkt des niedrigstens pH-Wertes dosiert werden. Bei Becken ohne Algenrefigium ist das normalerweise kurz vor Beginn der Beleuchtungsphase.

Messung

Die Messung ist nicht ganz so einfach, da auch der Magnesiumgehalt Einfluss auf das Ergebnis hat. Üblich ist deshalb ein Kombitest, bei dem beide Werte gemessen werden. Bei den meisten Wassertests braucht der Farbumschlag bei tritrimetrischen Calciumtests etwas länger, deshalb führt Geduld zu genaueren Ergebnissen. Da die Alkalinität (KH) durch die Calcifizierung zu Calciumcarbonat eine sogar größere Rolle spielt als Calcium, sollten stets beide Werte gemessen werden, den ein Calciumverbrauch führt auch zu einer niedrigeren Alkalinität

Wichtig ist meist der Bereich von 350 bis 500 mg/l, der auf 10 mg/l genau auflösen sollte.

Eine Übersicht über die am Markt vorhandenen Wassertests finden sie hier.

Einzelnachweise

Weblinks