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Kalium

From Korallen Wiki - Arten, Haltung, Vermehrung, Zucht, DIY, Meerwasser
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Einleitung

Kalium (K) ist ein Alkalimetall und spielt eine besondere Rolle für Korallen als sog. Makronährstoff. Eine Messung ist mit einfachen Tests nicht immer zuverlässig möglich - glücklicherweise spielt der Kaliumverbrauch in Aquarien kaum eine Rolle. Eine Ausnahme ist es, wenn das verwendete Salz einen zu niedrigen Kaliumgehalt hat, oder die Farben bei SPS Korallen nicht so intensiv sind wie üblich.

Verbrauch / Erhöhung im Aquarium

Vorausgesetzt das verwendete Salz hat den richtigen Kaliumgehalt (selten der Fall), ist ein Mangel fast ausgeschlossen:

  • Der biologische Verbrauch spielt fast keine Rolle, da sogar seltene Wasserwechsel definitiv ausreichen.
  • Abschäumer entfernen nur sehr wenig Kalium, sodass das in der Praxis keine Rolle spielt
  • Zeolith kann sehr viel Kalium aufnehmen. Daher sind die in der Aquaristik verwendeten Zeolithe normalerweise mit Kalium vorgesättigt. Da Zeolith (meist) ein Naturprodukt ist, kann es dabei zu Schwankungen kommen.
  • Riffkeramik kann kurzzeitig Kalium abgeben, schon nach wenigen Wasserwechseln sind die leicht erhöhte Werte wieder normal.

Konzentration

Die Konzentration im Meerwasser hängt von der Salinität ab, je höher die Salinität, desto mehr Kalium ist vorhanden:

  • 31,5 -> 360,0 mg/l Kalium
  • 35,0 -> 408,4 mg/l Kalium

Abweichungen bei Kaliumwerten über normal sind kritischer als niedrigere Werte. Bei erhöhten Werten mäßigt ein erhöhter Phosphatgehalt die negativen Auswirkungen, doch ein Phosphatmangel hat eine verstärkende Funktion. Der untere NOEC-Wert (No observed effect concentration) liegt bei 200 mg/l und der obere NOEC liegt bei 400 mg/l Kalium[1]. Das bedeutet, dass schon bei einer Salinität von 35 der Bereich beginnt, ab dem es zu Schädigungen an Tieren führen kann - insbesondere Garnelen sind sehr empfindlich.

Um einen Überblick über die Wasserwerte zu bekommen, gibt es hier eine Liste.

Wirkung

Die Wirkung des essentiellen Makronährstoffes Kalium in den Pflanzen ist vielfältig. Es begünstigt die CO2-Aufnahme und hat somit direkten Einfluss auf die Photosyntheseleistung hat. Ist Kalium in ausreichenden Mengen vorhanden, fördert es in einem ersten Schritt die Bildung von C3-Zuckern, die in weiteren von Kalium beeinflussten Stoffwechselprozessen zu Stärke, Zellulose, Lignin und Proteinen verarbeitet werden.

SPS zeigen bei erhöhten Kaliumgehalt Verbrennungen an den weißen Wachstumsspitzen.

Die Farben von Korallen werden im wesentlichen durch Kalium verstärkt, schon bei niedrigen Werten um die 300 mg/l lassen die Farben deutlich sichtbar nach.

Angeblich sollen Bioplettes einen erhöhten Kaliumverbrauch verursachen.

Natürliche Indikatoren

Bei natürliche Indikatoren gilt, dass nur Veränderungen als Kriterium genommen werden können; ein Blick auf den derzeitigen Zustand allein reicht nicht aus.

  • Acropora formosa
In Ordnung: Intensive blaue Spitzen
Mangel: Blasse Spitzen

Kaliummangel macht sich hauptsächlich folgendermaßen bemerkbar:

  • Bei allen Korallen ein geringeres Wachstum bis zur Wachstumseinstellung festzustellen
  • Blaue Acroporen sind nur verwaschen blau
  • Bei Montiporen sind die Farben verwaschen bis grau
  • Bei Pocciloporen und Styloporen sind die Polypen sind gänzlich eingezogen, die Farbe ist hell und ohne Tiefe, fast gräulich
  • Bei Seriatoporen kann sich von unten der Stock innerhalb weniger Tage auflösen

Kalium erhöhen

  • Am besten ist der Wechsel zu einer Salzmischung, die die geeignete Kaliumkonzentration hat
  • Kaliumchlorid dosieren

Einen besonders schnellen und starken Anstieg verkraften nicht alle SPS. Eine Empfehlung lautet bis zu 50 mg/l Kalium pro Woche anzuheben.

Kalium zu hoch

Wenn die Kaliumkonzentration zu hoch ist, kann das folgende Ursachen haben:[2]

  • Salzmischung mit zu viel Kalium
  • Dosierung kaliumhaltiger Präparate (Spurenelemente)
  • Gestein/Keramik, wobei das bei Lebendgestein eher unwahrscheinlich ist
  • Kaliumgesättigter Zeolith kann Kalium abgeben

Kalium kann gesenkt werden, wenn Zeolith mit konzentrierter Kochsalzlösung (ohne Iod) vorbereitet wird - dann ist das Zeolith in der Lage Kalium zu binden. Die meisten meerwassertauglichen Zeolithe wurden zuvor kaliumgesättigt, um das Gegenteil zu erreichen! Um das Zeolith zu behandeln wird konzentrierte Kochsalzlösung ganz langsam durch das Zeolith im Wirbelbettfilter durchlaufen gelassen, oder noch besser man lässt es in einem geschlossenen System (Topffilter) einige Stunden zirkulieren. Als Richtwert für die Kaliumbindung mittels behandeltem Zeolith gilt: 50 g Zeolith auf 100 Liter Wasser.

Messung

Eine Übersicht über die am Markt vorhandenen Wassertests finden sie hier.

Einzelnachweise

Weblinks