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Magnesium

Aus Korallen Wiki - Arten, Haltung, Vermehrung, Zucht, DIY, Meerwasser
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Einleitung

Magnesium (Mg) in Wasser gelöst, verursacht es zusammen mit dem Calcium die Alkalinität (Wasserhärte). Da Magnesium für alle Organismen unentbehrlich ist, gehört es zu den Essentiellen Stoffen, obwohl es weniger wichtig ist als Calcium. Magnesium wird, obwohl es etwa 3-fach mehr als Calcium im Meerwasser vorkommt, wenig verbraucht und zählt dennoch zu den Makronährstoffen. Zwar verbrauchen alle Korallen im Aquarium Magnesium, doch Steinkorallen bauen ein Skelett aus Aragonit, eine Calciumcarbonatmodifikation, in die kein Magnesium eingebaut werden kann. Der Anteil der Lebendmasse am Skelett ist sehr niedrig und somit der Verbrauch auch meist zu vernachlässigen.

Im Detail

Magnesium hat in Aquarien die wichtige Funktion als Calcifikationsinhibitor. Die Calciumcarbonatlöslichkeit wird erhöht, indem die Bildung von Calcit verhindert wird, d.h. Magnesium hält Calcium länger in Lösung, damit Calcium nicht als Kalk ausfällt.

Auf die richtige Menge kommt es an

Die natürliche Konzentration liegt bei 1.310 mg/l (3,5% Salzgehalt). Je geringer die Salzkonzentration, desto weniger Magnesium ist auch enthalten. Eine Konzentration ± 100 mg/l hat meist keine sichtbaren Veränderungen zur Folge!

Abhängig von der Salinität steigen oder sinken auch proportional die Elemente:

Salinität 33 Salinität 34 Salinität 35
Calcium 396 mg/l 408 mg/l 420 mg/l
Magnesium 1235 mg/l 1270 mg/l 1310 mg/l
Kalium 385 mg/l 396 mg/l 408 mg/l

Magnesium und Calcium sollte in einem etwa 3:1 Verhältnis gehalten werden, ähnlich im natürlichen Lebensraum.

Wichtigste Verbraucher im Aquarium sind

  • Kalkalgen
  • Weich- und Hornkorallen

Richtwert: Ein Riffaquarium verbraucht mind. 100-mal mehr Calcium als Magnesium.

Natürliche Indikatoren

  • Die Muskeln der Tridacna-Muscheln können bei Konzentrationen unter 1.300 mg/l nicht mehr richtig arbeiten.

Kalkrotalgen mögen ebenfalls höhere Konzentrationen, doch das Wachstum wird auch von anderen Faktoren beeinflusst, sodass das kein eindeutiger Indikator ist.

Zu viel Magnesium

Sobald die Konzentration über den natürlichen Wert liegt, fällt mit der Zeit das überschüssige Magnesium als Niederschlag an Steinen ab. Der Vorgang ist abhängig vom pH, der Alkalinität und dem CO2-Gehalt. Der Vorgang ist auch reversibel, d.h. mit fallender Magnesiumkonzentration können diese "Depots" wieder in Lösung gehen.

Erhöhte Konzentration wirken auf viele Organismen toxisch, doch meist erst deutlich über dem natürlichen Wert. Es gibt durchaus mehrere Becken, die mehrere Monate mit über 1700 mg/l betrieben wurden, ohne Schaden zu nehmen.

Riffkeramik gibt Magnesium ab, es ist also in der ersten Zeit mit erhöhten Konzentrationen zu rechnen.

Zu wenig Magnesium

Niedrige Magnesiumkonzentrationen (z.B. 1000 mg/l) sind weniger ein Problem für die Organismen zum Überleben. Ausnahmen sind Muscheln, die Magnesium für Ihre Muskulatur brauchen.

Maßnahmen

Magnesium reduzieren

  • Wasserwechsel mit einer Meersalzmischung, die eine niedrige Magnesiumkonzentration aufweist.

Kalkwasser führt nicht zur Ausfällung von Magnesium wie oft angenommen.

Magnesium erhöhen

Magnesium über den Wert zu dosieren, den die Meersalzmischung hat, ist schwierig und lohnt nur bei großen Aquarien. Wenn die Magensiumkonzentration in kleinen Becken zu niedrig ist, dann ist es einfacher eine andere Salzmischung zu verwenden mit mehr Magnesium!

Wenn zu viel Magnesium dosiert wird, dann bildet sich Magnesiumcarbonat und das verbraucht (unnötig) Alkalinität!

Durch Dosierung

Neben vielen Fertiglösungen im Fachhandel gibt es auch kostengünstige Salze, die selbst zu Stammlösungen angemischt werden können. Grundsätzlich können Magnesiumchlorid und Magnesiumsulfat dosiert werden, die neben dem gewünschten Magnesium hauptsächlich Sulfat und Chlorid enthalten:

  • Magnesiumchlorid (MgCl2) enthält in Masse 74,4725 % Chlorid. Auf dem Markt wird das Salz meist als Magnesiumchlorid-Hexahydrat angeboten.
  • Magnesiumsulfat (MgSO4) enthält in Masse 79,8078 % Sulfat. Auf dem Markt wird das Salz meist als Magnesiumsulfat-Heptahydrat angeboten.

Da Meerwasser etwa 8-fach weniger Sulfat als Chlorid enthält wird empfohlen Magnesiumchlorid zu dosieren, da es auf das Gleichgewicht in der Salz-Zusammensetzung des Wassers weniger Einfluss nimmt. Wasserwechsel sorgen für den Ausgleich von entstehenden Ungleichgewichten mit der Zeit, bzw. mildern diese ab.

Neben diesen klassischen Salzen gibt es auch noch Magnesiumcarbonat (manchmal fälschlich auch Magnesiumoxid genannt). Wenn sich das Magnesium ablagert erhöht sich allerdings auch die Alkalinität, die aber besser getrennt dosiert und damit kontrolliert werden sollte.

Kalkreaktor

Messung

Da Magnesium weniger kritisch ist als Calcium – sowohl im Verbrauch auch in der Auswirkung – reicht eine gelegentliche Messung aus, z.B. nach 3 - 5 Calcium-Tests ein Magnesium-Test.

Wenn plötzlich ein riesiger Magnesiumverbrauch gemessen wird, dann liegt das häufig an Messfehlern oder mangelhaften Tests! Es ist daher sehr ratsam mit einer Referenzlösung das Messergebnis zu verifizieren.

Eine Übersicht über die am Markt vorhandenen Wassertests finden sie hier.

Einzelnachweise


Weblinks