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Natriumcarbonat

From Korallen Wiki - Arten, Haltung, Vermehrung, Zucht, DIY, Meerwasser
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Was ist Natriumcarbonat (Na2CO3)

Natriumcarbonat (fachsprachlich) oder Natriumkarbonat (Na2CO3), wasserfrei auch calciniertes Soda genannt, ist ein Salz der Kohlensäure. Als Lebensmittelzusatzstoff trägt es das Kürzel E500.

Nutzen für das Meerwassseraquarium

Natriumcarbonat erhöht die Alkalinität (KH) und den pH-Wert

Der pH-Wert der Stammlösung erreicht extrem hohe 11,5.

Stammlösung und Dosierung

Die maximale Löslichkeit von Natriumcarbonat liegt bei 217 g pro 1 Liter reinem Wasser. Für eine Stammlösung lassen sich bis zu 170 g Na2CO3 pro 1000 ml (Gesamt-)Lösung (nicht mit der Zugabe von 1000 ml Wasser verwechseln, sonst hätte man 1000 ml Wasser zzgl. dem Natriumcarbonat) konzentrieren. Dabei ist die Flüssigkeit zu bewegen und das Pulver langsam einzumischen, sonst kommt es schnell zur Verklumpung. Es ist ratsam zwischendurch durch Bewegung evtl. vorhandene Klumpen zu lösen. Beim Mischen entwickelt sich außerdem eine sehr große Hitze, sodass evtl. eine Kühlung der Plastikflasche ratsam werden kann und es ratsam ist, das Wasser so kalt wie möglich zu verwenden. Das Wasser für Stammlösungen ist generell immer entmineralisiertes (destilliertes) Wasser / Osmosewasser, niemals Salzwasser oder Leitungswasser!

Um die Karbonathärte um 1° dH auf 100 Liter Wasser zu erhöhen, braucht es 1,9 g reines Natriumcarbonat.

Rechenbeispiel:

Beckeninhalt 200 Liter, Verbrauch der Karbonathärte innerhalb von 7 Tagen 2 ° dH
Stammlösung 1000 ml mit 150 g Na2CO3
Einmaliger Ausgleich
Reines Na2CO3 Pulver:
Faktor * Beckeninhalt/100 * Grad Karbonathärte
1,9 g * 200/100 * 2 ° dH = 7,6 g
Einmaliger Ausgleich mit Stammlösung
Faktor * Beckeninhalt/100 * Grad Karbonathärte * Konzentration der Stammlösung pro 1000 ml Wasser
1,9 g * 200/100 * 2 ° dH * 1000/150 = 50,6 ml
Dauerhafter Ausgleich mit Stammlösung pro Tag
Faktor * Beckeninhalt/100 * Grad Karbonathärte * Konzentration der Stammlösung pro 1000 ml Wasser / Anzahl der Tage für den Verbrauch
1,9 g * 200/100 * 2 ° dH * 1000/150 / 7 = 7,2 ml pro Tag
Anmerkung: Mit "Anzahl der Tage für den Verbrauch" ist gemeint, das der Verbrauch nicht nur über einen Zeitraum von 24 Stunden = 1 Tag gemessen wird, sondern sich auf mehrere Tage erstrecken kann. Das ist sinnvoll, um bei geringem Verbrauch genauere Ergebnisse zu erhalten.

In der Software Aqua Calculator[1] kann man in den Einstellungen die Verwendung von Natriumhydrogencarbonat auf 0% reduzieren, erst dadurch wird die Verwendung von Natriumcarbonat für die Alkalinität berücksichtigt.

Vorsicht mit dieser sehr starken Lauge immer ratsam. Leichte Reizungen auf Augen, Haut und Schleimhäute sind möglich.[2].

Zeitpunkt der Dosierung

Da die Zugabe den pH-Wert erhöht, empfiehlt sich die Dosierung antizyklisch zur Beleuchtung. Da der pH-Wert nachts (mehr oder weniger stark) fällt, würde eine Dosierung die Schwankung zur richtigen Zeit minimieren. Ein guter Anhaltspunkt ist nach 4-6 Stunden Dunkelheit mit der Dosierung zu beginnen. Optimal niedrige Schwankungen sind mit einer fortlaufenden pH-Wert Messung und mehreren Dosierungen pro Nacht möglich.

Platzierung der Dosierung

Pulver ist niemals direkt in das Hauptbecken zu geben, denn es kann zu Ausfällungen und durch die extreme Laugenwirkung zu Schäden an den Korallen kommen.

Die Stammlösung oder aufgelöstes Pulver in einem Messbecher wird vorzugsweise an einer gut durchströmten Stelle im Technikbecken platziert. Es ist bei der Zugabe darauf zu achten, ob es zu Ausfällungen kommt; ggf. die Zugabe langsamer oder zeitversetzt durchführen.

Qualität des Salzes

Als E500 wird das weiße Pulver sehr billig verkauft und hat damit Lebensmittelqualität. Unklar ist die Reinheit und die verbleibenden Reststoffe, die für den Menschen unbedenklich sind, doch möglicherweise (je nach Quelle) unerwünschte oder auch folgenschwere Reste enthalten kann. Es gibt durchaus Anwender, die billiges Soda in E500 Qualität ohne Probleme verwenden, doch es gibt auch die Anwender, die auf Nummer sicher gehen wollen.

Es gibt selten auch die ausreichende Qualität reinst (>99 %) Pulver zu kaufen, die ist im Vergleich zu anderen Ballingsalzen wesentlich teurer. Das Natriumcarbonat ist aber auch deutlich ergiebiger als das herkömmlich verwendete Natriumhydrogencarbonat, insofern wird der deutliche Preisunterschied immerhin deutlich reduziert.

Eigene Herstellung von Natriumcarbonat mittels Natriumhydrogencarbonat (DIY)

Die Wandlung von Natriumhydrogencarbonat (NaHCO3) zu Natriumcarbonat ist einfach: Durch das Erhitzen oberhalb von 65°C, wird die Abspaltung von Kohlendioxid und Wasser bewirkt, die sich verflüchtigen. Bei optimalem Zerfall beträgt das reine Natriumcarbonat 63% des Ursprungsgewichts.[3].

Vorgehensweise: Es wird auf einem Backblech im Ofen die gewünschte Menge Natriumhydrogencarbonat gleichmäßig verteilt. Je mehr Oberfläche (keine Berge, sondern dünne Verteilung), desto schneller die Umwandlung. Das Gewicht ist zu vermerken. Je höher die Temperatur ist, desto schneller wird die Wandlung. Als Richtwert gilt bei 200°C eine 90 Minuten dauernde Erhitzung um etwa 70% des Ausgangsgewichts zu erhalten (Reinheit dann etwa 90%). Es ist empfehlenswert das Gewicht am Ende zu kontrollieren, um die gewünschte Reinheit zu gewährleisten.

Einzelnachweise

  1. Software Aqua Calculator
  2. [1] Datenblatteintrag zu CAS-Nr. 497-19-8 in der GESTIS-Stoffdatenbank des IFA
  3. [2] Darstellung von Natriumcarbonat aus Natriumhydrogencarbonat

Weblinks