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Phytoplankton

Aus Korallen Wiki - Arten, Haltung, Vermehrung, Zucht, DIY, Meerwasser
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Einleitung

Viele Züchter und Wissenschaftler sehen in Phytoplankton einen wesentlichen Schlüssel zum Erfolg bei der Haltung und Aufzucht von Korallen. Die Suche nach Arten, die einfach zu vermehren und zu beschaffen sind, ist daher ein wichtiger Schritt für die Weiterentwicklung der Nachzucht von Meerestieren. In diesem Artikel dreht sich alles um Nanoplankton mit einem Größenbereich von 2-20 µm.

Verwendung als Futter

Die Algen haben nicht nur unterschiedliche Größen, sondern auch Nährwerte[1].

Die Entnahme von der Zuchtflüssigkeit zum Höhepunkt der Färbung hat fast immer zur Folge, das nur wenig bis keine Nährstoffe mehr enthalten sind (professionelle Dünger vorausgesetzt). Zur Sicherheit auf PO4 (Phosphat) und N (Nitrat) messen, doch meist kann die Flüssigkeit ungefiltert als Futter weiter verwendet werden.

Generell ist eine klare Futterempfehlung schwierig! Die benötigte Menge korreliert nicht nur eng mit den Verbrauchern, sondern vor allem mit den Zellzahlen im Phytoplankton bzw. der Biomasse. Beispielsweise kann die reine Biomasse (Trockengewicht) von Phytoplankton bei einer Dosierung von täglich maximal 1 Nadelspitze voll in ein gut mit Korallen und Schwämmen bewachsenes Aquarium reichen. Eine Alge aus Hobbyzucht mit 0,5 Mio. Zellen per Milliliter, kann täglich hingegen auch mit 250-500 ml (Biomasse + Reaktorwasser) verfüttert werden. Bei einem Konzentrat mit 12 hoch 9 Millionen Zellen kann schon ein viertel Fingerhut voll zu viel sein, bei einer Laborkultur mit 4 Mio Zellen 20-40 ml. Hinzu kommt das Alge nicht gleich Alge ist und unterschiedliche Masse haben...

Für Korallen

Folgende Korallen sprechen besonders gut auf Phytoplankton an: Acropora, Euphyllia, Tiefwasser Gorgornien, Nephthyigorgia, Nephthea, Scleronephthya, Anemonen, Dendronephthya, Scheibenanemonen, Lederkorallen, Seefedern (Pennatulacea), Montastrea und Tubastrea.

Futterempfehlung fürs Korallenriffaquarium kann man nicht generalisieren. Die Dosierung [2] von Phytoplankton im Riffaquarium kann, je nach Art des Phytoplanktons, verschiedene Vorteile haben. Bei der Dosierung eines neuen Produktes in das Aquarium sollte man immer sehr langsam und beginnen und die Wirkung auf das Aquarium beobachten. Eine oft empfohlene Dosierung liegt bei 1-3 ml Phytoplankton pro 30 Liter Aquarienwasser täglich, wenn Sie es als konzentriertes Additiv eingesetzt wird. Typische Hobbykulturdichten werden mit 100 ml/Tag dosiert. Die Dosierung wird aber je nach Kulturdichte des Phytoplanktons und Besonderheiten Ihres Aquariums sehr stark variieren. Das Phytoplankton kann in das Aquarium auch täglich automatisch dosiert werden. Eine Überdosierung sollte auf jeden Fall vermieden werden. Phytoplankton ist im Wesentlichen flüssiger Nährstoff und eine übermäßige Dosierung könnte zu ansteigenden Phosphaten, Nitraten und anderen Schadstoffen führen. Phytoplankton in sehr nährstoffreiche Becken einzubringen kann die Gefahr einer unkontrollierten Vermehrung bergen. Im Ergebnis wäre dann das Wasser grün, die Korallen würden kein Licht mehr bekommen und könnten sterben. Gegen vorhandene Algenprobleme wirkt Phytoplankton eher nicht.

Um den Korallen genug Zeit für die Futteraufnahme zu geben, empfiehlt es sich den Abschäumer für ca. 2 Stunden abzuschalten.

Wenn das Becken nach einem Tag grünlich bleibt und es sogar zur Vermehrung des Phytoplanktons kommt, dann kann durch einen UV-Klärer innerhalb 1 - 2 Tagen das Wasser wieder klar werden.

Für Copepoden

Das Wasser im Tiger-Copepoden-Zuchtbecken sollte mittel bis intensiv Grün sein.

Vorsicht, die meisten anderen Copepodenarten vertragen keine ständig hohe Phytoplanktonkonzentration. Es ist dann notwendig täglich zu dosieren und wenn innerhalb 24 Stunden alles verbraucht wurde, ist die Dosierung richtig.

Gegen Cyanobakterien

Unklar ist, ob Phytoplankton direkt oder indirekt gegen rote Cyanobakterien helfen kann. Zum einen entzieht Phytoplankton dem Becken Nährstoffe, von denen auch rote Cyanobeläge leben. Zum anderen dient Phytoplankton als Futter für Bakterien, die in Konkurrenz zu Cyanobakterien stehen.

Eine Dosierung von 250ml einfacher Hobbykulturlösung auf 200 Liter Aquarium bei täglicher Dosierung gilt als sicher, um schon nach 2 Wochen sind die Beläge vollständig verschwunden.[3]

Verwendung gegen Nitrat und Phosphat

Da Algen unter anderem Nährstoffe wie Nitrat (NO3) und Phosphat (PO4) zum Leben brauchen, kann Phytoplankton auch diese Nährstoffe im Aquarium reduzieren.

Für eine erfolgreiche Dosierung sind allerdings folgende Randbedingungen wichtig:

  • Phytoplankton in sehr nährstoffreiche Becken einzubringen kann die Gefahr einer unkontrollierten Vermehrung bergen. Im Ergebnis wäre dann das Wasser grün, die Korallen würden kein Licht mehr bekommen und könnten sterben. Wenn das Becken nach einem Tag grünlich bleibt und es sogar zur Vermehrung des Phytoplanktons kommt, dann kann durch einen UV-Klärer innerhalb 1 - 2 Tagen das Wasser wieder klar werden.
  • Das vorhandene Zooplankton im Aquarium muss als Verbraucher von Phytoplankton erst schrittweise vermehrt werden. Es ist deshalb sehr ratsam mit kleinen täglichen Dosierungen zu beginnen, um dann wöchentlich die Dosierung zu steigern.
  • Abschäumer filtern Phytoplankton ab, besser man schaltet diese ein paar Stunden ab.
  • Da Licht essenziell für die Vermehrung und damit auch der Nährstoffaufnahme ist, bringt eine Dosierung zu Beginn der Lichtperiode am meisten.

Phytoplankton Zucht

Selbst mit einfachsten Mitteln und etwas Fachwissen ist es möglich, anspruchslosere Mikroalgen unter Hobbybedingungen zu züchten.

Phytoplankton ist der Sammelbegriff für extrem viele verschiedene Algen mit erheblichen Unterschieden (Farbton, Geruch, Zuchtverhalten, Ertrag, Nährwert, Größe etc.).

Starterkultur

Die Qualität der Starterkultur ist entscheidend für den Zuchterfolg. Trockenpräparate oder Flüssigpräparate (die nicht im Kühlregal stehen) sind unbrauchbar, denn man braucht eine lebende und gesunde Kultur.

Die Zucht von Mischkulturen: Mischkulturen decken unterschiedlichen Bedarf ab und eine Mangelversorgung für höhrere Tiere wird eher ausgeschlossen. Doch leider können die sich konkurrierenden Algen nur selten über einen Zeitraum von mehr als einem Monat stabil gehalten werden und ein Neuansatz wird nötig. Eine klare Produktempfehlung ist AlgaGen Phycopure, dass 7 unterschiedliche Algen (Chaetoceros, Micromonas, Nannochloropsis, Pavlova, Rhodomona lens, Synechococcus, Thallasiosira isochrysis, Thalassiosria weissflogii, Zooxanthellae b) in hochwertiger industrieller Qualität konzentriert enthält.

Die Zucht von Reinkulturen: Alternativ kann man auch Reinkulturen kaufen und sollte dann aber sich vorher genau informieren, ob das Produkt auch den gewünschten Zweck erfüllt. Auch können Reinkulturen nach der Ernte gemischt werden nach eigenem Ermessen. Da mit der Zeit in der Zucht die eine Verunreinigung zum Verlust der Reinkultur führen wird, empfiehlt sich nach 3-6 Monaten wieder komplett frisches Ausgangsmaterial zu benutzen. Bei Reinkulturen muss besonders steril gearbeitet werden und nur selten werden mehrere Monate Standzeit bei laufender Zucht erreicht.

Reaktor

Ein guter Reaktor oder auch PET-Mineralwasserflaschen sind gut geeignet für die Zucht. Richtige Reaktoren lassen sich meist leichter reinigen, die Entnahme ist einfacher und sie bieten auch mehr Volumen und bessere Beleuchtungsmöglichkeiten. Die Größe der Behälter kann zwischen 5 und 30 Litern liegen.

Da bakterielle Infektionen, Algen und Zooplankton eine Zucht unmöglich machen können, sind die Reaktoren/Zuchtgefäße gründlich zu Reinigen. Bewährt hat sich das Befüllen mit Wasser und Chlor-Reiniger für ein paar Minuten mit abschließendem Essigbad.

Offenen Behältern sind aus den o.g. Gründen sehr schwierig und wenig erfolgsversprechend. Ein häufiger Grund für das Scheitern der Zucht ist die Hygiene!

Je nach Beleuchtung und Ausrüstung können Reaktoren bis zu 10-mal mehr Plankton produzieren, als offene Algenaufzuchtgefäße mit vergleichbarem Volumen!

Reinigung der Behälter

Alle paar Wochen oder vor jeder Neubefüllung wird der Behälter komplett mit heißem Wasser ausgespült. Bei Kalkablagerungen kann mit einer 5%igen Salzsäurelösung nachgeholfen werden.

Belüftung

Die Belüftung verhindert relativ gut das Absetzen der Algen auf dem Flaschenboden bzw. das Anwachsen an den Flaschenwänden. Im Wesentlichen brauchen die Algen CO2 und das muss von außen zugeführt werden. Perfekt ist eine CO2-Gasflasche, die sogar nur tagsüber zuführt (es gibt elektrische Magnetventile für solche Anwendungen).

Je mehr Luft eingetragen wird, desto besser wird die Kultur mit CO2 versorgt. Je empfindlicher die Alge ist, desto niedriger muss die Luftversorgung eingestellt werden. Robusten Algen verlangen geradezu nach viel CO2. Sollten die Algen im Aquarium sedimentieren, muss mehr Luft oder ein kleineres Aquarium verwendet werden. Sehr empfindliche Algen sind besser in Algenröhren zu kultivieren. Die Luftblasen sollten groß und langsam in den Reaktor blubbern (1-2 pro Sekunde) – feine und viele kleine Gasbläschen sind nachteilig. Eine in die Luftschläuche eingebastelte Filmdose mit Watte ist als provisorischer Luftfilter geeignet.

Durch die Luftzufuhr wird in geringen Maßen die Verdunstung gefördert. Sinnvoll ist eine Wassermarkierung bei optimaler Salzdichte zu haben um ggf. Verdunstungswasser in richtiger Menge durch frisches Osmosewasser auszugleichen. Sollten größere Mengen aufgefüllt werden, dann am besten tropfenweise einfüllen durch z.B. einen Schlauch mit Klemme.

Umwälzung

Die Umwälzung verhindert das Absetzen der Algen am Boden. Gerade bei Mischkulturen kann es bei mangelnder Umwälzung zu einer Verschiebung der Mengenverhältnisse bei Phytoplanktonmischungen kommen - wenn sich ein Teil am Boden absetzt und mangels Licht und Nährstoffzufuhr langsamer wächst oder sogar abstirbt.

Je nach Auslegung und Behälter kann ab einer sehr unterschiedlichen Menge (10-40 Liter) die nötige Umwälzung nicht mehr alleine durch eine Belüftung sichergestellt werden. Zahlreiche professionelle Geräte verwenden daher ein Magnetrührwerk. Das lässt sich und das Becken sehr einfach reinigen und ein Durchbruch in das Becken entfällt. Auch hier gibt es kostengünstige DIY-Lösungen für unter 30 €. Ohne Magnetrührwerk kann ein tägliches Schütteln oder Schwenken des Behälters den Bodensatz wieder aufwirbeln - nicht besonders effektiv, aber hilfreich.

Wenn man eine einfache und günstige DIY-Lösung sucht, dann bietet sich folgende Möglichkeit: Ein langsam drehender Getriebegleichstrommotor / Synchronmotor / Schrittmotor (Modellbau, etwa 100 u/min), angeschlossen über ein regelbares Netzteil hat an seiner Welle einen Carbonstab (Modellbau)und eine Luftschraube (verwirbelt besser und schneidet nicht so wie eine Wasserschraube). Der Motor wird auf einer Platte befestigt und wird von oben in das Gefäß eingeführt.

Beleuchtung

Zur Beleuchtung eignen sich z.B. Röhren mit Tageslichtweiß (kaltweiß) und einer Beleuchtungsstärke von ca. 1 x 40 bis 2 x 40 Watt mit einem Schaltryhtmus von 14-18 Std Belichtung am Tag. Als sehr grober Richtwert gelten 0,6-0,8 Watt/Liter bei Leuchtstofflampen, bei LED etwa 0,5 Watt/Liter Beckenvolumen. Je mehr Licht im Behälter gleichmäßig verteilt ist, desto besser das Ergebnis. Deshalb gilt die zentrierte Leuchtröhre in einem Zylinder als das Optimum. Eine einseitige, evtl. sogar nicht vollständige Beleuchtung von außen auf den Behälter, verringert definitiv den Ertrag. Ein ebenfalls großes Problem bei intensiver punktförmiger Beleuchtung ist das Algenwachstum an der Behälterinnenwand. Das Licht wird dabei so stark abschwächt, das sogar der Zuchtansatz kippen kann.

Alle Lichtquellen mit hoher Wärmeabgabe können Stress und Übertemperatur bedeuten, sodass LED / Leuchtstofflampen perfekt für die Zucht geeignet sind. Dennoch sollte auch hier möglichst die Abwärme entweichen können.

Nährmedien

Für die meisten Arten eignen sich standardisierte Guillard F/2-Medium [4] (Spezialdünger bestehend aus Nährstoffen, Spurenelementen und Vitaminen), z.B. Cell-Hi, Phytostabil oder f/2 Fritz. Eine genaue Dosierung ist sehr wichtig (typisch 0,1 g/l) und macht die Nährstoffversorgung weites gehend narrensicher; unsachgemäßer Gebrauch führt zum Scheitern der Zucht. Pflanzen- oder Blumendünger ist völlig ungeeignet für die Zucht bei Algenmischungen oder schwierigen Algen. Es gibt Berichte von erfolgreicher Verwendung von Hydrokultur-Flüssigdünger. Beim Nachdüngen und gleichzeitigem Nachfüllen durch Salzwasser ist die Menge der Nährmedien immer auf das Gesamtvolumen zu zuführen, da dann typisch auch nachgedüngt werden muss.

Die standardisierten Nährmedien enthalten kein Silikat. Wenn Kieselalgen kultiviert werden sollen, so muss noch eine entsprechende Menge von Natriumsilikat (Dinatriummetasilikat/Natriummetasilikat/E 550 - einfach als Natronwasserglas-Lösung zu kaufen) der Lösung zugefügt werden (erst in Frischwasser auflösen, dann erst ansalzen, sonst flockt es aus). Es werden nur sehr geringe Mengen davon benötigt (je nach Material etwa 0,3 g/10 Liter), sodass der gemessene Silicatwert dann bei etwa 5-10 mg/l liegt. Bei Algenmischungen sollten die Kieselalgen nicht die anderen Algen dominieren, es ist also vorsichtig Silikat zu dosieren und eigene Erfahrungen zu sammeln. Da das Silikat in Salzwasser sofort ausfällt, ist es erst in Frischwasser zu dosieren und zu mischen; das Salz wird anschließend zugeführt.

Je nach verwendeten Algen kann es leichte Abweichungen geben in der Färbung einer gesunden Kultur. Ganz allgemein lässt sich sagen, dass je heller/gelblicher die Kultur wird, sie zu kippen droht. Entweder liegt das an einer Bakterienblüte, einer mangelnden Nährstoffversorgung oder sogar Überdüngung (kann nur bei der Verwendung von nicht standardisierten Nährmedien vorkommen). Bei den ersten Anzeichen sollte bereits gehandelt werden. Bei bakterieller Verseuchnung (geht meist einher mit Euplotes Vermehrung und kann unter dem Mikroskop leicht entdeckt werden) hilft nur der Neustart mittels Backup, oder im Falle der Unterversorgung wird nur Dünger zugegeben.

Normales Salz für die Meeerwasseraquaristik ist ausreichend.

Es darf auf keinen Fall "gebrauchtes" Aquarienwasser genutzt werden, da Bakterien, sonstige Algen, Zooplankton etc. die Kultur "verseuchen". Unter den idealen Bedingungen eines Reaktors würden diese sich schnell vermehren.

Temperatur

Der Temperaturbereich für die Zucht der meisten hier vorgestellten Algen liegt bei 16-30°C. Allgemein gilt, das Untertemperaturen gut verkraftet werde, wenn auch mit nachlassendem Wachstum. Übertemperaturen führen jedoch schnell zum Totalverlust der Kultur.

Ein Haltung im Keller vermeidet kritische Übertemperaturen, jedoch sollte bei unbeheizten Räumen ein regelbarer Heizstab die gewünschte Temperatur sicherstellen.

Eine Haltung in den Wohnräumen ist möglich. Man kann den Heizstab einsparen und muss mit der Gefahr der Übertemperatur leben. Die nicht zu unterschätzende Geräuschbelastung vom Blubbern der Belüftung (gerade bei mehreren Behältern), kann durch einen Standort in einem Schrank gelöst werden.

Ansatz einer frischen Kultur

Die Startkultur ist vor dem Einbringen in den Reaktor hinsichtlich Temperatur und Salinität sanft anzugleichen. Die meisten aquaristisch verwendeten marinen Algen können bei Standarddichte von 1,0235 gehalten werden. Meist sind die Reaktoren nicht beheizt, sodass die Temperatur von den 25 °C Referenz abweicht und eine Korrektur der Dichte zu berechnen und durchzuführen ist.

Folgende Vorbereitungen sind notwendig:

  1. Generell ist Hygiene wichtig, die Behälter müssen gründlich gereinigt und sterilisiert sein. Das Osmosewasser entsprechend salzen.
  2. Das Nährmedium nach Vorschrift des Herstellers entsprechend zugeben und mischen.
  3. Abgepackte Industrie-Lebendkulturen kann man im Verhältnis 1:10 ansetzen. Wenn noch keine Erfahrung mit einem neuen Stamm vorliegt, oder es sich nicht um hochwertige Startkulturen handelt, kann sollte mit einem Verhältnis von 1:1 begonnen werden. Wenn sich die Algen deutlich vermehrt haben (meist nach ca. einer Woche) - die Farbe der Kultur wird intensiver - können Sie weiter mit der doppelten Menge verdünnen bis das Kulturgefäß gefüllt ist.

Sobald die Kultur ihren Höhepunkt erreicht hat und nicht mehr dunkler wird, sollte die Kultur geteilt und neu ansetzt werden, sonst kann die Kultur kippen. Um Satz und andere Verunreinigungen zu entfernen, empfiehlt sich die Stammkultur erst über 25-40 μm Gaze abzusieben. Je nach Wasserentnahme von oben oder unten, kann man behelfsweise auch das Nutzwasser so ablassen, das der Bodensatz nicht enthalten ist.

Hochwertige Phytoplanktonarten sind oft empfindlich für Bakterien (milchige Trübung) oder gegenüber anderen Algen. Auch eingeschlepptes Zooplankton vermehrt sich mitunter schnell und der Ertrag sinkt rapide. Generell sollte aus diesen Gründen mehrere Kulturen parallel gepflegt werden, um nicht die ganze Zucht verlieren zu können. Ein zusätzliches Backup im Schlafzustand sollte selbstverständlich sein. Kulturen mit bakteriellen Trübungen oder starken Farbveränderungen sind unbrauchbar und sollen komplett vernichtet werden.

Entnahme / Ernte

Wenn regelmäßig Phytoplankton gebraucht wird, sollte zum Höhepunkt der Färbung nur 50% entnommen werden, die andere Hälfe wird wieder aufgefüllt. Dabei das angesalzene Wasser temperaturangeglichen einfüllen und das Nährmedium für die volle Menge Wasser im Reaktor zugeben.

Ist die Kultur kontaminiert, sollte eine frische Kultur angesetzt werden. Viele Mikroalgen wachsen frei suspendiert, d.h. sie wachsen als einzelne Zelle im Wasser und nicht an den Wänden. Bemerken Sie Wachstum an den Wänden des Kulturgefäßes oder sehen Sie Verklumpungen, ist das oft ein Zeichen dafür, dass die Kultur verunreinigt ist.

Eine frisch gedüngte Kultur sollte mindestens drei Tage laufen, bevor die Ernte ungesiebt verwendet wird, sonst würden zuviel Nährstoffe eingebracht werden.

Sieb

Planktonsiebe dienen dazu, um unterschiedlicher Organismen voneinander zu trennen, die Konzentration zu erhöhen oder um belastetes Wasser nicht in andere Becken zu bringen. Um z.B. Mikroalgen mit 2 µm Größe zu sieben, sollten Siebe mit geringfügig größerer Feinheit vorhanden sein (z.B. 5 µm), so fließen dann die gewünschten Algen durch und der Rest verbleibt im Sieb. Gröbere Siebe sind je nach kultiviertem Organismus ratsam. Gröbere Siebe können auch als Vorfiltration bei verklumpten Kulturen gute Arbeit leisten. Wenn nur Phytoplakton abgesiebt werden soll, dann ist je nach Algenart eine Maschenweite von 5 bis 25 µm nötig. Zum Aussieben von Phytoplanktonmischungen wird eine Maschenweite von ca. 25 µm empfohlen. Wenn man feinste Siebe vor der Verwendung mit heißem Wasser spült fließt das Wasser besser durch. Ein zugesetztes Sieb bekommt man mit Natriumhypochlorid 3%tig wieder sauber, manchmal hilft auch wenn mit der flachen Hand unter dem Sieb über das Gewebe gestrichen wird.

Backup

Selbst wenn man Systeme hat, so macht es doch Sinn etwas Zuchtansatz separat zu lagern.

Ohne entsprechend kühle Lagerung verliert das Phytoplankton schnell an Nährstoffgehalt, auch wenn es am Leben bleibt. Dazu wird das Phytoplankton abgesiebt und mit frischen Salzwasser angesetzt. Abgefüllt in eine sterile Flasche und verschlossen gelagert bei 3-5 °C, kann auch ohne Konservierungsmittel der Zuchtansatz über Monate gelagert werden.

Phytoplankton setzt sich am Flaschenboden mit der Zeit ab und stirbt. Das kann verhindert werden durch Schütteln - einmal kräftig schütteln pro Woche reicht aus.

Die verschiedenen Algenarten verbreiten einen mehr oder weniger eigentümlichen Geruch. Bei einer Entnahme ist kurz Farbe und Geruch zu prüfen, bevor ein verdorbener Satz wieder verwendet werden sollte. Sollte eine teilweise Entnahme aus der Flasche nötig werden, dann werden Kontaminationen durch Ausgießen der Flüssigkeit vermieden - auf keine Fall eine Entnahme durch benutzte Spritzen etc. durchführen! Der Geruch ist abhängig von der verwendeten Kultur oder Mischung. Wenn sich mit der Zeit dieser typische Geruch ändert, dann liegt das in sich veränderten Mischverhältnissen. Sobald es nach Schwefelwasserstoff (faule Eier) stinkt, ist die Kultur abgestorben.

Sollte das gekühlte Plankton verschickt werden, dann ist für eine fortlaufende Kühlung zu sorgen. Ab ca. 11°C beginnt die Kultur wieder aktiv zu werden und verringert so drastisch die Lagerfähigkeit.

Vorstellung einiger Phytoplanktonarten

  • Chaetoceros gracilis
Vorteile: gute Futter-Kieselalge, relativ kleine Zellen, gut für junge Copepoden und Copepoditen, mehrere Monate im Kühlschrank lagerfähig
  • Dunaliella salina (Grünalge)
Vorteil: Durch extrem salzigen Bedingungen bis weit über 100 ppm kann die Zucht von Zooplankton rein gehalten werden, gut für Artemien
Kann durch doppelten Salzgehalt vor Brachionus geschützt werden, nimmt dann aber eine rötliche Färbung an
  • Isochrysis galbana (Grünalge 5-8 μm)
Vorteile: Sehr mobile Alge, ist die ideale Ergänzung zu Nannochloropsis um das EPA / DHA Verhältnis zu verbessern
Nachteile: Anfällig für bakterielle Kontamination (ungeschützte Belüftung unbedingt vermeiden oder Magnetrührwerk verwenden), sammelt sich schnell an lichtstarken Regionen und verdunkelt so die Kultur = langsameres Wachstum, empfindliche für Quetschungen bei Magnetrührwerken
  • Nannochloropsis oculata (Grünalge 1-2 μm)
Ähnlich Nannochloropsis Salina, doch etwas wertvoller im Nährwert. Gut zur Verfütterung an Muscheln, Filtrierer und für Rotiferen
Vorteil: Mehrere Monate im Kühlschrank lagerfähig
  • Nannochloropsis salina (Grünalge 2-5 μm)
Vorteile: Einfache Zucht, sehr haltbar, hoher EPA Gehalt, mehrere Monate im Kühlschrank lagerfähig, gut zur Wasserstabilisierung im Aquarium zu verwenden
Nachteile: Verdrängt schnell andere Algen in Mischkulturen, wird nicht von Steinkorallen verwertet, nicht vorhandener DHA-Gehalt
Optimale Temperatur 14 bis 19 °C, maximal 28 °C. Kann durch doppelten Salzgehalt vor Brachionus geschützt werden
  • Pavlova (goldbraune Flagellate 3 - 5 μm)
Ist Isochrysis sehr ähnlich.
Vorteile: Sehr hoher DHA/EPA-Gehalt und HUFA, exzellent für die Anreicherung von Rädertierchen / anderes Zooplankton / Artemien, sehr gutes Muschelfutter, ist die ideale Ergänzung zu Nannochloropsis um das EPA / DHA Verhältnis zu verbessern
Nachteile: Sehr schwierig im Wachstum, geringeres Wachstum als Isochrysis, reagiert empfindlich auf Überdüngung
  • Phaeodactylum tricornutum (Kieselalge / Braunalge 18 μm)
Vorteile: Einfache Zucht, geeignet für Copepoden und ältere Artemien, mehrere Monate im Kühlschrank lagerfähig
Nachteile: Wie bei alle Kieselalgen kann bereits ab 24 °C die Zucht kollabieren, ist sehr durchsetzungsstark, regelmäßiges Aussieben über feine Gaze reinigt die Kultur, sinkt schnell ab und fordert intensive Umwälzung, verträgt keine hohe Salzdichte
Optimale Salzdichte 1,016 bis 1,018
  • Rhodomonas baltica, salina und lens
Vorteile: Exzellente Futteralgen, hoher DHA Gehalt, geeignet für Artemianauplien und Copepoden
Nachteile: Anspruchsvoll in der Kultur, reagiert empfindlich auf schnelle Änderungen, erhöhten pH-Wert, starke Belüftung, längerer Lichtmangel, wird schnell von anderen Algen verdrängt.
  • Synechococcus (grüne pelagische Mikro-Cyanobakterien 0,6-1,5 μm)
Hilft bei kräftiger Dosierung vielen Berichten nach gegen die typischen Cyanobeläge im Aquarium. Nachteilig ist die zeitweise getrübte Sicht.
Vorteile: Hoher EPA Gehalt, gut als Zugabe für monatelanges Tigerpod Backup, sehr robust und dadurch sehr lange Standzeit
Nachteil: Empfindlich für bakterielle Infektionen und wird leicht durch Konkurrenzalgen verdrängt
  • Thalassiosira weissflogii (Kieselalge / Braunalge mit stark temperaturabhängiger Größe 4-32 µm)
Vorteile: Eine der besten Futteralgen unter den Kieselalgen, mehrere Monate im Kühlschrank lagerfähig
Nachteile: Anfällig für bakterielle Trübungen, nicht so einfach in der Zucht, empfindliche für Quetschungen bei Magnetrührwerken, verträgt keine hohe Salzdichte
Optimale Salzdichte 1,016 bis 1,018
  • Thalassiosira isochrysis (Kieselalge / Braunalge 2 μm)
Benötigt Vitamin B12 für das Wachstum!
Vorteil: hoher DHA Gehalt, mehrere Monate im Kühlschrank lagerfähig, gut geeignet für Copepoden
Nachteil: Anspruchsvoll in der Kultur, mag es kühler
  • Tetraselmis sp. (Grünalgen-Flagellate 10 μm)
Vorteile: Desinfizierende Eigenschaften, gut als Zusatz im Futteralgenmix für Zooplanktonkulturen

Einzelnachweise

Weblinks