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Stammlösung

From Korallen Wiki - Arten, Haltung, Vermehrung, Zucht, DIY, Meerwasser
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Einleitung

Um den Verbrauch von Makronährstoffen oder Mikronährstoffen ausgleichen zu können, gibt es mehrere Möglichkeiten.

  • Wasserwechsel, sofern der Verbrauch nicht zu hoch ist und keine besonderen Anforderungen gestellt werden.
  • Zugabe von Fertigprodukten
  • Günstige Salze (in diesem Fall die Chemikalie in Reinstform, nicht normales Meersalz), die nach Gewicht manuell zugegeben werden. Sofern die Mengen so groß sind um überhautpt sicher abgewogen werden zu können, mag das funktionieren.
  • Stammlösungen, die als Flüssigkeit
    • manuell oder automatisiert dosiert zugegeben werden können
    • Mischungen mehrerer Salze sein können
    • in so niedrige Konzentrationen hergestellt werden können, das überhautpt eine sichere Dosierung möglich wird

Herstellung

Wenn geringe Mengen (etwa weniger als 20 g) abgewogen werden sollen, sind handelsübliche Küchenwagen nicht genau genug um eine sichere Konzentration zu erhalten. Es gibt günstige Präzisionswagen mit Nachkommastellen, die bis 100 g deutlich besser dafür geeignet sind.

Stets wird Reinstwasser mit der Chemikalie vermischt, sodass diese vollständig gelöst wird und die Konzentration einfach zu dosieren ist. Darunter versteht man Mengen,

  • die nicht zu klein sind, um überhaupt eine Dosierung zu ermöglichen (automatische Dosierung ist erst ab 1 ml möglich - besser mind. 3 ml, um präziser zu werden)
  • die nicht unnötig niedrig konzentriert sind, da sonst der Verbrauch zu hoch ist und häufiger Ersatz nötig wird
  • die noch einfach zu lösen sind (in der Regel unter 90% der maximalen Löslichkeit)

Die Chemikalie sollte so rein wie möglich, aber noch günstig sein. In der Regel sind 99% Reinheit ausreichend, auch "reinst" genannt.

Das Ansetzen der Stammlösung ist im Prinzip einfach. Man nimmt die vorgeschlagenen Rezepte (siehe unter Makronährstoffe und Mikronährstoffe) und vergleicht die mit seinem Bedarf und Möglichkeiten. Dann gibt man das zu lösende Produkt in etwas Reinstwasser und löst es auf. Damit man allerdings eine definierte Konzentration bekommt, ist eine Menge (in Gramm) in Reinstwasser aufzulösen, und durch Zugabe von weiterem Reinstwasser auf das Zielvolumen zu bringen.

Merke: Erst 50% - 75% vom Zielvolumen Reinstwasser in einen Messbecher geben, dann erst das Salz zugeben. Dann wird weiteres Reinstwasser zugegeben, bis das Zielvolumen erreicht ist. Dann kann die Stammlösung ausgiebig vermischt werden.

Um z.B. eine 1 Liter Maßlösung mit der Konzentration 0,8g/ml herzustellen, müssen

  • 800g eines Stoffes in weniger als 1 Liter Wasser zugegeben werden
  • und dann wird auf 1 Liter aufgefüllt, nur so bekommt man eine Konzentration von 0,8 g/ml.

Hier passiert der häufige Fehler das viele glauben 1 Liter Wasser zu dem Stoff hinzuzugeben, das ist allerdings falsch. Erklärung:

Wissenschaftlicher Ansatz
Da die Konzentration c = n/V Stoffmenge durch Volumen ist und die Stoffmenge n=m/M Masse durch molare Masse ist, wird die Menge betrachtet die in dem Volumen von einem Liter der Lösung vorhanden ist. Daher, wenn man nun 800 g des Stoffs in 1 Liter Wasser auflöst und somit eine Lösungsmenge erreicht die 1 Liter übersteigt sinkt somit die Konzentration unter 0,8 g/ml da der Nenner in der Gleichung c=n/V grösser wird aber der Zähler gleich bleibt. --> der Wert sinkt!
Vereinfacht
Nehmen wir einen Messbecher mit 1000 ml Volumen.
Es wird ein Apfel reingelegt - dieser löst sich zwar nicht im Wasser auf, doch besitzt er genau wie jedes Salz auch ein Volumen.
Nun wird Wasser aufgefüllt, bis der Messbecher 1000 ml Volumen anzeigt.
Wie viel Wasser wurde hinzugegeben? Definitiv weniger als 1 Liter!
Für die, die es noch immer nicht glauben
Nehmen Sie 1 Liter Wasser im Messbecher
Werfen Sie 500 g Salz rein.
Sicher ist das Volumen der Lösung nun größer als 1 Liter, richtig?
Das Ziel ist aber nicht mehr zu haben, sondern genau 1 Liter.

Die Stammlösungen können in handelsübliche PET-Flaschen abgefüllt und beschriftet werden. Auf dem Etikett sollte der Name der Chemikalie und die zugegebene Menge angegeben werden.

Dosierung

Stammlösungen bevorzugt in das Technikbecken geben, damit das hochkonzentrierte Mittel sich verdünnt, bevor es auf Tiere wirken kann. Ein paar Minuten Abstand zwischen den verschiedenen Dosierungen vermindert die Gefahr von Ausfällungen. Die Dosierung sollte deshalb stets an einer gut durchströmten Stelle erfolgen. Dosiercomputer automatisieren das tägliche Prozedere.