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Temperatur

From Korallen Wiki - Arten, Haltung, Vermehrung, Zucht, DIY, Meerwasser
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Einfluss der Temperatur

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Die Temperatur ist ein wichtiger physikalische Parameter, da sie großen Einfluss auf die biologische Aktivität hat. Lebenswichtige Enzyme (nötig für den Stoffwechsel der Korallen) funktionieren beispielsweise nicht, wenn die individuelle Temperatur zu warm oder zu kühl ist - das führt auf Dauer zum Tod der Koralle und eines jeden anderen Organismus. Es ist eine allgemein anerkannte Tatsache, das sich die biologische Aktivität mit der Zunahme der Temperatur in Schritten von 5,5 ° C (natürlich im Rahmen der thermischen Toleranzen) verdoppelt![1]

In der Natur kommt es auch in Tiefen von bis zu 10 m zu Temperaturschwankungen von etwa 3 °C im Verlauf des Tages - eine absolut notwendige Stabilität im Aquarium ergibt sich aus dem natürlichen Habitat nicht. [2]

Es gibt Berichte von Aquarianern, die bei Temperaturen um die 23 - 24 °C ein stärkeres Wachstum der Steinkorallen (gemessen am Calciumverbrauch festellen können, als wenn die Temperatur zwischen 26 - 28 °C liegt. Es zeigte sich sogar, das ab schon 29 °C es zu RTN bei SPS Korallen kam. Ursachen können empfindliche Korallenarten oder eine zu kräftige Beleuchtung sein.

Allgemeine Temperatur
Empfehlung: 24 – 26 °C
Unproblematisch: 23 - 30 °C

Eine niedrigere Temperatur im Winter senkt die Stromkosten für Heizung und die Menge des Verdunstungswassers, das zu unangenehm hoher Raumfeuchtigkeit führen kann und evtl. in Folge zu Schimmel an den Wänden. Abdeckscheiben senken ebenfalls die Verdunstungsmenge und wirken isolierend.

Die Temperatur hat auch Einfluss auf das Ammonium-/Ammoniakverhältnis. Mit steigender Temperatur steigt signifikant der Ammoniakgehalt, und obwohl das für Korallen kein Problem ist kann es doch schnell für andere Tiere zu einer schädigenden Konzentration kommen, wenn die Nitrifikation nicht richtig funktioniert.

Manche Wassertests sind auf Raumtemperatur oder sogar auf 25 °C optimiert.

Niedrige Temperaturen limitieren Riffe und das Korallenwachstum

Es ist bekannt, das Riffe, die mehrere Wochen oder Monate niedriger als 18 °C Wassertemperatur haben, nicht wachsen. Riffbildende Korallen benötigen Sonnenlicht für das Wachstum ihrer Zooxanthellen, deshalb kommen sie fast nur in niedrigen Wassertiefen vor. Um die 18 °C beginnt die Bildung von Calciumcarbonat für den Skelettaufbau der Steinkorallen. Bei tieferen Temperaturen wachsen Korallen allgemein derart langsam, das Algen die Siedlungsfläche schneller für sich beanspruchen und ie Koralle den Konkurrenzkampf verliert. Kurzfristig können auch Temperaturen um die 15 °C meist ohne Ausfälle von Korallen vertragen werden – nicht selten passiert das im Winter beim Versand. Fast die Hälfte aller Korallenarten tolerieren regelmäßige längerer Wassertemperaturen bis runter auf 14 ° C. Ein paar tolerieren sogar 12 ° C, obwohl das nur sehr wenige sind (azooxanthellate Korallen ausgenommen).

Hohe Temperaturen limitieren das Riff und die Korallen am Wachstum

Der Einfluss hoher und niedriger Temperaturen auf Korallen sind nicht gleich. Dennoch haben höhere Temperaturen per se einen geringeren direkten negativen Effekt auf Korallen. Je wärmer das Wasser wird, desto schneller finden die meisten Stoffwechselprozesse und die Calzifizierung statt, wenn es nicht die Effekte der Zooxanthellen gäbe. Schnellere Stoffwechselprozesse bedeuten auch mehr Photosynthese, dass wiederum mehr Sauerstoffproduktion zur Folge hat. Ab einem gewissen Grad wirkt der produzierte Sauerstoff in den Zellen toxisch. Korallen beginnen dann sich von den ihren Zooxanthellen zu trennen. Das führt zur sog. Korallenbleiche und kann zum Tod führen, sofern die Koralle nicht bald bessere Lebensbedingungen bekommt.

Messung

Wassertemperatur Korallenriffe der Welt - Durchschnitt.png

Für eine verlässliche Temperaturmessung empfiehlt sich ein Digitalmessgerät (das kann fehlerfrei abgelesen werden), das mit einem evtl. externen Temperatursensor an einer gut durchströmten Stelle positioniert wird. Da verhältnismäßig viele Messgeräte durchaus 1 – 2 Grad Toleranz haben, sollte das Messgerät zu Beginn auf den relevanten Messbereich mit einem oder mehreren guten Temperatur-Messgeräten geprüft werden. Sehr praktisch sind digitale Temperatur-Messgeräte, die mit einer Min. / Max Funktion Alarm auslösen, denn so kann man rechtzeitig vor Unterkühlung oder Überhitzung informiert werden. Dennoch, weil es leider vorkommen kann das Fehler passieren und Geräte ausfallen, sollte immer ein zweites Thermometer zur Sicherheit installiert werden.

Korallen erwärmen sich auch durch die Wärmestrahlung von HQI-Lampen. In Experimenten wurde ein Temperaturunterschied von bis zu 1,6 °C im Korallengewebe gemessen, wenn die Wasserströmung schwach war. Selbst bei guter Strömung ist das Gewebe der Koralle noch immer 0,8 °C über der Wassertemperatur![3]

Temperatur erhöhen

Mit günstigen für die Meerwasser-Aquaristik geeigneten elektrisch geregelten Heizstäben, lässt sich recht einfach das Wasser des Aquariums erwärmen. Damit die Wärmeverteilung gleichmäßig ist, ist der Heizstab an einer gut durchströmten Stelle zu positionieren.

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Temperatur senken

Gerade im Sommer, wenn an mehreren Tagen hintereinander eine Hitzewelle von über 30 °C vorkommt, kann ein Anstieg über die 30 °C Wassertemperatur kritisch werden. Kleinere Becken erwärmen sich schneller, dafür kann man oft mit einfachen Mitteln für Abkühlung sorgen.

Maßnahmen
  • Eine Klimaanlage für den ganzen Raum ist sicher die eleganteste Lösung.
  • Die Heizer für die Wassertemperatur ggf. etwas runterregeln, damit mehr Puffer für Hitzewellen entsteht. So kühlt das Becken nachts tiefer runter.
  • Den Raum abdunkeln durch Rollladen oder Sonnenschutzfolien, sowie tagsüber das Fenster schließen und nachts gut durchlüften lassen. Wenn allerdings mit Verdunstungskälte gearbeitet wird, dann muss für eine Belüftung des Zimmers gesorgt werden, sonst nimmt die feute Raumluft keine Flüssigkeit mehr auf!
  • Verdunstungskälte nutzen:
    • durch den Verzicht von Abdeckscheiben (ggf. mit Netzen Fische vor dem rausspringen sichern).
    • Ventilatoren, die auf die waagerecht auf die Wasseroberfläche blasen wirken effektiv und sind kostengünstig (3 – 5 °C Kühlung sind mind. möglich). Dabei steigt der Verbrauch an Verdunstungswasser allerdings auch extrem an! Ist es ratsam so ein System nur mit automatischer Niveauschaltung zu betreiben. Außerdem ist ein ausreichend großer Frischwasserbehälter in dieser Zeit nötig. Die Kühlung kann so stark sein, das es nachts oder bei sinkenden Lufttemperaturen, zu kalt werden kann. Eine unkontrollierte Kühlung über mehrere Tage stellt schnell ein Sicherheitsproblem dar. Eine Schaltung über eine Temperaturregelung (gemessen an der Wassertemperatur) reduziert das Risiko erheblich.
  • Die Beleuchtungszeit oder den Abstand von starken Wärmequellen wie HQI reduzieren.
  • Oft erzeugen alte / günstige Pumpen so viel Abwärme, dass es Sinn macht sich energiesparende Geräte zu kaufen.
  • Teilwasserwechsel mit kalten Wasser aus der Leitung (ggf. durch eine Umkehrosmoseanlage gereinigt)
  • Mit Eiswürfeln aus gereinigtem Wasser, das das Verdunstungswasser ausgleicht – am besten direkt in das Technikbecken geben.
  • Einen Plastikbeutel mit Eiswürfel gefüllt ins Aquarienwasser hängen.
  • Mit einem für Meerwasser geeigneten Kühlaggregat gibt es eine sehr sichere, aber auch teure, laute und platzintensive Möglichkeit das Wasser zu kühlen.
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Einzelnachweise

Weblinks