Sie haben einen Fehler gefunden, wollen etwas ergänzen oder auch einen ganzen Artikel schreiben?

Einfach anmelden und etwas dazu beitragen, nur so profitieren alle davon!

Wassertest

From Korallen Wiki - Arten, Haltung, Vermehrung, Zucht, DIY, Meerwasser
Jump to: navigation, search

Einleitung

(Meer-) Wassertests geben dem Hobby eine Chance Fehler zu erkennen, oder um eine Bestätigung für richtiges Handeln zu sein. Es bedarf viel Erfahrung, um auch halbwegs ohne Tests auszukommen. Doch selbst dann kann der Verbrauch von wichtigen Makronährstoffen schleichend ansteigen und das Becken unbemerkt limitiert sein.

Es gibt verschiedene Arten der Messung:

Elektronisch
Meerwassertaugliche Sonden können dauerhaft installiert werden, und mit einer Digitalanzeige aktuelle Werte anzeigen. Es können auch Schalt- oder Alarmfunktionen mit sogenannten Controllern realisiert werden. Der Preis dafür ist hoch und meist nur üblich für die Messung des pH-Werts und Redoxpotential genutzt.
Teststreifen
Diese Steifen werden kurz in die Messprobe eingetaucht. Nach kurzer Zeit läßt sich mittels Farbskalen der Messwert ablesen. Das ist praktisch, da es wenig Aufwand bedeutet. Nur wenige Tests sind dafür ausgelegt.
Titrimetrische Messung
Diese Tests basieren auf dem titrimetrischen, quantitativen Messverfahren. Der Probe wird ein Reagenz bekannter Konzentration (Maßlösung genannt) solange hinzugetropft, bis die Konzentrationen ausgeglichen sind und sich der in der Maßlösung enthaltene Indikator färbt (Endpunkterkennung). Die Menge an hinzugetropftem Reagenz steht in direktem Verhältnis zur Konzentration des jeweiligen Wasserinhaltsstoffes. Da der Anwender tropfenweise dosieren muss bis zum Farbumschlag, ist diese Art des Testens etwas aufwändig.
Messung mit Farbskalen
Dieser Test vergleicht die Farbe der Probe mit einer Farbskala. Sofern ein Farbverlauf von einer einzigen Farbe mit Aufhellung / Abdunkelung erfolgt, kann das Ablesen teilweise schwierig sein wenn kein starker Kontrast als Abgrenzung erkennbar ist. Wenn eine Farbskala allerdings teilweise gänzlich verschiedene Farben hat, dann fällt die Ablesung üblicherweise einfacher.
Messung des Salzgehalts
Aräometer sind Klassiker und messen die temperaturabhängige Dichte; teilweise sehr präzise.
Schwimmermessgeräte sind ungenau, aber praktisch
Mit einer elektronischen Sonde - selten, weil teuer
Refraktometer messen die Salinität. Sie sind zwar ein mittelteure Lösung, die bei steigender Vorsicht im Umgang allerdings auch gute Ergebnisse erzielt.
Temperaturmessung
Zur Grundausstattung gehören Thermometer, egal ob klassische Ausdehnungsthermometer (Flüssigkeitsthermometer) oder elektronische Messgeräte mit Digitalanzeige. Letztere können auch Min-Max anzeigen und sogar Alarm schlagen; das ist praktisch. Leider wurden einige Geräte in der Vergangenheit als recht ungenau eingestuft, eine Überprüfung ist daher angebracht.

Einfluss der Salinität auf andere Messwerte

Je mehr Salz im Wasser gelöst ist, desto proportional höher ist auch die Konzentration von

  • Calcium
  • Kalium
  • Magnesium

Wegweiser für Entscheidungen

Manche Tests sind eher zu Beginn notwendig und werden mit den Jahren eher nur für den Notfall gelagert, darunter fallen:

Diese Tests sind absolut notwendig für alle Korallen:

Diese Tests sind besonders für Steinkorallen notwendig:

Bei der SPS Haltung braucht man im Allgemeinen vor allem Tests, die niedrige Konzentrationen messen können, vor allem bei:

Diese Tests sind vor allem notwendig, wenn man bei Steinkorallen die Farben (Artikel dazu) besser ausprägen möchte:

Sofern keine Umkehrosmoseanlage mit Harzfilter geplant ist, empfiehlt sich eine Auskunft nach den Wasserwerten des Leitungswassers beim lokalen Wasserversorger. Üblich sind dann Tests für den laufenden Betrieb wie:

Begriffsdefinition

  • Ein Test ist ein Versuch, mit dem größere Sicherheit darüber gewonnen werden soll, ob ein technischer Apparat oder ein Vorgang innerhalb der geplanten Rahmenbedingungen funktioniert beziehungsweise ob bestimmte Eigenschaften vorliegen oder nicht.
  • Vom Prüfen unterscheidet sich Testen, dass beim Prüfen noch eine Aussage gemacht wird, wie gut das Objekt die Anforderungen erfüllt.
  • Eine Messung ist das Ausführen von geplanten Tätigkeiten zu einer quantitativen Aussage über eine Messgröße durch Vergleich mit einer Einheit. Dabei ist die Messgröße jene physikalische Größe, der die Messung gilt.
  • Eine Analyse ist eine systematische Untersuchung, bei der das untersuchte Objekt oder Subjekt in seine Bestandteile zerlegt wird und diese anschließend geordnet, untersucht und ausgewertet werden. Dabei dürfen die Vernetzung der einzelnen Elemente und deren Integration nicht außer Acht gelassen werden.

Im Folgenden wird von Test gesprochen, sofern es sich um das Produkt handelt. Der Vorgang wird Messung genannt und beinhaltet den Messbereich.

Genauigkeit
Je genauer ein Test ist, desto teurer ist er im allgemeinen. Wie genau ein Test sein muß, hängt von den individuellen Erfordernissen ab. Eine Abweichung von ± 10 % des Messbereichs bedeutet bei einem Bereich von 0 - 400 mg/l im Ergebnis eine Abweichung von 40 mg/l. Wenn der gemessene Wert z.B. 100 ist, dann ist der tatsächliche Wert zwischen 60 bis 140 mg/l.
Ersatzreagenzien
Durch den Kauf von s.g. Nachfüllsets lassen sich Kosten sparen, da nur noch die Chemikalien gekauft werden müssen.
Haltbarkeit
Oft sind Tests begrenzt haltbar. Schnell kann der Kauf eines Ladenhüters die Nutzung reduzieren, deshalb ist wenn möglich die Haltbarkeit vor dem Kauf zu prüfen, oder zumindest bei Erhalt. Manche Tests unterscheiden zwischen allgemeiner Haltbarkeit und der Haltbarkeit ab Öffnung.
Messdauer
Bei manchen Tests sind ggf. Pausen einzuhalten. Besonders die titrimetrischen Tests erfordern deutlich mehr Handlung vom Anwender als die anderen Testformen.

Referenzlösung

Eine Referenzlösung enthält Elemente und oder Salze, die in genau definierten Konzentrationen vorkommen und als Inhaltsangabe die Werte auflisten. Durch Referenzlösungen können Wassertests überprüft werden, um nicht völlig falsche Annahmen zu machen und unpassende Korrekturmaßnahmen einzuleiten.

Unabhängig davon ob man einen sehr präzisen und evtl. auch genauen Wassertest hat, muss sichergestellt werden, das:

  • das auch so ist.
  • die Bedienungsanleitung richtig verstanden und auch nach "Vorschrift" vorgegangen wurde.
  • die Lichtverhältnisse passen.
  • das eigene Auge die Farben richtig ablesen kann.
  • das die Charge richtig funktioniert.
  • das bei abgelaufenen oder auch kontaminierten Tests die Messgenauigkeit gewährleistet ist.
  • das die Raum-, Wasser- und Testmitteltemperatur den empfohlenen Testbedingungen entspricht.

Das alles kann durch eine Messung einer Referenzlösung sichergestellt werden.

Messung und Korrektur

Eine Überprüfung der eigenen Wassertests ist sinnvoll, wenn:

  • ein Test neu angeschafft wurde.
  • unerwartete Messwerte vorkommen.
  • Tests längere Zeit ab Öffnung gelagert wurden.
  • sich die Haltbarkeit dem Ende neigt.

Die Messung mit der steril entnommen Referenzlösung wird normal durchgeführt. Der Messwert wird mit Angabe der Referenzlösung verglichen und ins Verhältnis gesetzt. Dieses Verhältnis ist der Korrekturwert für die normalen Messungen.

Beispiel:

Die Messung der Referenzlösung mit einem Magnesiumtest ergibt: 1000 mg/l Die Referenzlösung enthält allerdings: 1200 mg/l Das Verhältnis lautet: 1200 mg/l : 1000 mg/l = 1,2 Dieser Korrekturfaktor wird auf dem Magnesiumtest vermerkt Eine spätere Messung mit diesem Magnesiumtest ergibt beim Beckenwasser: 1300 mg/l Berechnung: 1300 mg/l * 1,2 = 1560 mg/l

Eine Übersicht über die am Markt vorhandenen Wassertests finden sie hier.

Weblinks